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11.07.2026

Verbreitete Arten von Fehlsichtigkeit

1. Klarheit in der Symptomatik – Ein eindeutiger Ursprung?

Fehlsichtigkeit umfasst Probleme mit dem Sehen in der Nähe, der Ferne und der Farbwahrnehmung. Auch Doppelbilder gehören dazu, beispielsweise verursacht durch Fehlstellungen der Augen. Obwohl die Symptome oft klar erscheinen, sind sie nicht immer eindeutig auf eine einfache Ursache zurückzuführen. Ernstzunehmende Augenleiden und andere gesundheitliche Störungen können ähnliche visuelle Beeinträchtigungen hervorrufen. Es ist daher essenziell, bei den ersten Anzeichen eine gründliche ärztliche Untersuchung vornehmen zu lassen.

2. Sehprobleme in der Ferne

Eine unscharfe Wahrnehmung von entfernten Objekten deutet oft auf Kurzsichtigkeit (Myopie) hin, verursacht durch einen übermäßig langen Augapfel. Dies führt dazu, dass der Brennpunkt der Lichtstrahlen vor der Netzhaut liegt. Kurzsichtigkeit, die genetisch bedingt ist, entwickelt sich meist im Jugendalter und stabilisiert sich häufig nach dem 25. Lebensjahr. Der Schweregrad der Myopie wird in negativen Dioptrien gemessen. Ein Wert von mehr als -6 Dioptrien kann später zu schwerwiegenden Augenerkrankungen führen. Gelegentlich gibt es jedoch auch eine Verbesserung der Dioptrien. Speziell in dunkler Umgebung kann eine Nachtmyopie auftreten. Korrekturmethoden umfassen Brillen, Kontaktlinsen oder eine Laseroperation.

3. Probleme beim Nahsehen

Schwierigkeiten beim Fokussieren auf nahe Objekte können auf zwei ähnliche Sehstörungen hinweisen: Hyperopie und Presbyopie. Beide Zustände äußern sich in ähnlichen Symptomen, haben jedoch verschiedene Ursachen.

Hyperopie, bekannt als Weitsichtigkeit, liegt vor, wenn zum Beispiel das scharfe Bild hinter der Netzhaut entsteht, was das Fokussieren auf nahe Gegenstände erschwert. Dies ist auf einen Augapfel zurückzuführen, der nur um wenige Millimeter zu kurz ist. Personen mit leichter oder beginnender Weitsichtigkeit können durch erhöhte Anstrengung der Augen noch eine Weile ein klares Bild erzeugen, was jedoch sehr oft zu einer Überanstrengung und Müdigkeit der Augen führt. Der eigentliche Grad der Weitsichtigkeit bei einer Person wird in Plus-Dioptrien gemessen und kann durch Brillen, Kontaktlinsen oder eine Laserbehandlung der Hornhaut schnell korrigiert werden.

Ein weiteres häufiges Phänomen ist die Alterssichtigkeit oder Presbyopie, die ebenfalls zu unscharfem Sehen im Nahbereich führt. Diese tritt ein, wenn die Flexibilität der Augenlinse bei Menschen über 40 nachlässt. So ist die Linse vorne im Auge über Zonulafasern mit dem ihn umgebenden Ziliarmuskel verbunden, dieser regelt die Scharfeinstellung (Akkomodation). Mit abnehmender Flexibilität der Linse wird es für den Muskel schwieriger, sie scharf zu stellen. Auch die Alterssichtigkeit wird in Plus-Dioptrien angegeben und stabilisiert sich meist bei etwa +2 Dioptrien. Sie kann nicht durch eventuell vorhandene Kurzsichtigkeit ausgeglichen werden. Auch Presbyopie kann durch Brillen, Kontaktlinsen oder eine Laser-OP behandelt werden.

4. Fehlsichtigkeit: Probleme mit dem Farbensehen (Farbsehstörungen)

Es ist essentiell zu verstehen, dass die zapfenförmigen Sehnervenzellen in der Netzhaut (Retina) für die Wahrnehmung von Farben verantwortlich sind. Sollten diese Zellen aus irgendeinem Grund beeinträchtigt sein, führt dies zu einem Verlust der Fähigkeit, spezifische Farben zu erkennen. Dieses Phänomen wird allgemein als Farbenblindheit bezeichnet und kann sich in Form von Blau-, Grün- oder Rotblindheit manifestieren, wobei auch Mischformen möglich sind. Eine extreme Form der Farbenblindheit, die Achromatopsie, kann zudem im Zusammenhang mit Albinismus auftreten.

Überwiegend ist die Farbenblindheit genetisch bedingt. Sie kann auch als Symptom der Retinopathia pigmentosa auftreten, einer seltenen Erkrankung der Netzhaut, die zunächst die stäbchenförmigen Sehnervenzellen, die für das Sehen bei schwachem Licht verantwortlich sind, angreift und schädigt. Im weiteren Verlauf degenerieren dann auch die zapfenförmigen Sehnervenzellen. Dieses Krankheitsbild ähnelt der Zapfen-Stäbchen-Dystrophie, einer weiteren erblichen Netzhauterkrankung, bei der die Fotorezeptoren des Auges sich zurückbilden. Dabei verlieren zuerst die zapfenförmigen und anschließend die stäbchenförmigen Sehnervenzellen ihre Funktionsfähigkeit.

5. Das Sehen von Doppelbildern

Doppelbilder entstehen durch eine fehlerhafte Koordination der Augen, allgemein bekannt als Schielen. Dieses Problem kann in jedem Alter auftreten und sowohl ein als auch beide Augen betreffen. In manchen Fällen kann das Training der Augenmuskulatur durch das wechselseitige Abdecken der Augen Abhilfe schaffen. Bei einem latenten Schielen, das auch im Erwachsenenalter vorkommt, kompensiert das Gehirn oft die leichten Doppelbilder.

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