Der Grüne Star (Glaukom) zählt zu den häufigsten, aber zugleich tückischsten Augenerkrankungen. Oft bleibt er lange unbemerkt, da sich erste Veränderungen schleichend entwickeln – sogar bei normalem Augeninnendruck.
Als Augenarzt können wir Veränderungen des Sehnervs heute dank hochauflösender Bildgebung und moderner Gesichtsfeldanalyse frühzeitig feststellen. Besonders bei Risikopatient:innen wie Kurzsichtigen oder bei familiärer Vorbelastung sind regelmäßige Untersuchungen entscheidend.
Der Augeninnendruck ist nur ein Risikofaktor – entscheidend ist die genaue Beurteilung des Sehnervenkopfes. Wird ein Glaukom rechtzeitig entdeckt, lässt sich das Fortschreiten mit medikamentösen oder laserbasierten Therapien meist zuverlässig verlangsamen. Unbehandelt kann es jedoch zu einem bleibenden Sehverlust kommen.
Makula-Degeneration – zentrale Sehkraft schützen und frühzeitig eingreifen
Die altersbedingte Makula-Degeneration (AMD) ist eine der Hauptursachen für den Verlust des scharfen Sehens im Alter. Die Makula, der zentrale Punkt der Netzhaut, sorgt für die klare Wahrnehmung von Details und Farben – etwa beim Lesen oder Erkennen von Gesichtern.
Es wird zwischen einer trockenen und einer feuchten Verlaufsform unterschieden. Während die trockene Form langsamer verläuft, kann die feuchte Form plötzlich und dramatisch das Sehvermögen beeinträchtigen. Frühzeitige Diagnostik ist deshalb essenziell.
In unserer Praxis können wir mithilfe optischer Kohärenztomografie (OCT) feinste Veränderungen sichtbar machen. Bei Bedarf leiten wir umgehend gezielte Therapien wie Injektionen gegen Flüssigkeitseinlagerungen ein, um die Sehkraft möglichst lange zu erhalten.
Augenärztliche Notfälle – bei diesen Symptomen sofort handeln
Plötzliche Sehstörungen sollten immer ernst genommen werden. In vielen Fällen steckt etwas Harmloses dahinter, etwa eine Augenmigräne – doch einige Symptome erfordern sofortige augenärztliche Abklärung.
Warnzeichen sind unter anderem:
- Plötzlicher Sehverlust auf einem Auge
- Schwarze Punkte oder „Rußregen“
- Lichtblitze oder flimmernde Bögen
- Schatten im Gesichtsfeld
Solche Symptome können Hinweise auf eine Netzhautablösung oder Durchblutungsstörung sein – beides akute Notfälle, bei denen schnelle Behandlung entscheidend für den Erhalt der Sehkraft ist.
Auch wenn derartige Fälle selten sind, ist es wichtig, die Symptome zu kennen und im Zweifel unverzüglich augenärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Vorsorge beim Augenarzt – warum regelmäßige Kontrollen so wichtig sind
Viele Augenerkrankungen entwickeln sich schleichend und bleiben lange symptomfrei. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen – bevor sie bleibende Schäden verursachen.
Unsere Empfehlung:
- Ab 40 Jahren: Alle zwei Jahre Kontrolle – besonders bei Kurzsichtigkeit oder familiärer Vorbelastung (z. B. Glaukom)
- Ab 60 Jahren: Auch ohne Beschwerden regelmäßige Untersuchung – insbesondere zur Früherkennung von Makula-Degeneration und Glaukom
Dank moderner Diagnostik wie OCT, Gesichtsfeldmessung und Sehnervanalyse können wir selbst kleinste Veränderungen sicher beurteilen – und bei Bedarf frühzeitig eingreifen.
Häufige Fragen zu Glaukom, Makula-Degeneration und Notfällen (FAQ)
Wie erkenne ich ein Glaukom, wenn der Augeninnendruck normal ist?
Ein Glaukom kann auch bei normalem Augeninnendruck vorliegen. Deshalb sind regelmäßige Untersuchungen des Sehnervs und des Gesichtsfelds besonders wichtig.
Ist Makula-Degeneration heilbar?
Heilbar ist sie derzeit nicht, aber bei rechtzeitiger Diagnose kann der Verlauf insbesondere der feuchten Form durch Injektionstherapien verlangsamt werden.
Was passiert bei einer Netzhautablösung?
Eine Netzhautablösung ist ein akuter Notfall. Symptome wie Lichtblitze oder schwarze Punkte („Rußregen“) sollten ernst genommen und sofort augenärztlich abgeklärt werden.
Ab wann sollte ich zur Vorsorge gehen?
Ab dem 40. Lebensjahr sind regelmäßige Kontrollen sinnvoll – bei Risikofaktoren auch früher. Ab 60 empfehlen wir jährliche Untersuchungen, selbst ohne Beschwerden.
Sind diese Erkrankungen schmerzhaft?
Nein, weder Glaukom noch Makula-Degeneration verursachen in der Regel Schmerzen – das macht ihre Früherkennung umso wichtiger.
