Multifokale Intraokullarlinsen (mIOL)

Nicht nur mit dem Alter kann das Auge die Fähigkeit, sich auf unterschiedliche Entfernungen scharf zu stellen, verlieren. 

Diesen Vorgang bezeichnet man auch als Akkommodation. Während das junge und gesunde Auge in der Lage ist, die Brechkraft zu verändern und damit Objekte in unterschiedlichen Entfernungen scharf abzubilden, lässt diese Fähigkeit im Alter nach. Ab dem 45. bis 55. Lebensjahr trifft die Alterssichtigkeit jeden Menschen und ist damit der häufigste Grund für eine Brille.

Mit multifokalen Kunstlinsen kann neben der Korrektur von hohen Weit- bzw. Kurzsichtigkeiten auch die Alterssichtigkeit ausgeglichen werden. Damit wird in vielen Fällen die Unabhängigkeit von der Brille oder Kontaktlinsen erreicht.


Monofokaler Seheindruck:
Scharfes Fernbild, aber unscharfes Nahbild,
das mit Brille korrigiert werden muss.
Multifokaler Seheindruck:
Scharfes Fernbild und scharfes Nahbild. Eine Brille wird verzichtbar.


Multifokale Linsen weisen mehrere Brennpunkte auf. Dabei gibt es zwei Hauptbrennpunkte - einen für die Ferne und einen für die Nähe. Sie bestehen aus mehreren Ringen mit unterschiedlicher Brechkraft. Durch die Verteilung des einfallenden Lichtes auf mehrere Brennpunkte wird ein scharfes Sehen in allen Entfernungen möglich. Häufig kann nach der Operation auf eine Brille komplett verzichtet werden.

Operationsverfahren

Der Eingriff erfolgt ambulant unter Lokalanästhesie und dauert pro Auge ca. 30 Minuten. Er besteht aus zwei Schritten. Zunächst wird die körpereigene Linse entfernt. Dazu wird mit einem winzigen Einschnitt die vordere Kapsel der natürlichen Linse kreisförmig geöffnet.

Durch den kleinen Schnitt wird dann mittels Ultraschall der Linsenkern zerkleinert und abgesaugt.

Nun wird die entfernte Linse durch die Kunstlinse ersetzt. Die gefaltete Linse wird durch die kleine Öffnung in den leeren Kapselsack eingeschoben. Im Augeninneren entfaltet sie sich und wird dabei mithilfe kleiner, elastischer Bügel verankert.

Wann sind multifokale Kunstlinsen geeignet bzw. nicht geeignet?

Multifokale Kunstlinsen können bei folgenden Indikationen zum Einsatz kommen:

  • Patienten ab dem 45. bis 50. Lebensjahr, wenn die Altersweitsichtigkeit eingetreten ist oder unmittelbar bevorsteht
  • Patienten, die aufgrund starker Fehlsichtigkeit nicht mittels LASIK behandelt werden können
  • Patienten mit grauem Star (Katarakt), die eine Kunstlinse bekommen müssen

 

Nicht geeignet für multifokale Kunstlinsen sind:

  • Patienten mit chronisch fortschreitenden Augenerkrankungen (z. B. grüner Star, Maculadegeneration, Netzhauterkrankungen)
  • Patienten, die jünger als 18 Jahre sind
     

Auch die Anatomie des Auges oder eine starke Hornhautverkrümmung können ein Ausschlusskriterium sein. Eine gründliche Voruntersuchung ist wichtig für eine erfolgreiche Operation und ein optimales Sehvermögen im Anschluss.

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