Intravitreale Injektionen

Es gibt unterschiedliche Augenveränderungen, zu deren Behandlung eine Einspritzung eines Medikamentes in den Glaskörper empfohlen wird:

  • feuchte alterbedingte Makuladegeneration:
    Dies ist eine Erkrankung, bei der unter der Netzhautmitte (Makula) neue krankhafte Blutgefäße entstehen. Aus diesen tritt Flüssigkeit und häufig auch Blut unter und in die Netzhaut aus. Hierdurch kommt es zu einer erheblichen Abnahme der zentralen Sehschärfe.

  • diabetische Makulopathie:
    Dies ist eine Erkrankung, bei der sich der Ort des schärfsten Sehens im Bereich der Netzhaut auf Grund einer diabetesbedingten Schädigung der Netzhautgefäße durch Wassereinlagerung ödematös verdickt mit der Folge einer Abnahme der Sehschärfe.

  • Makulaödem bei Venenast- und Zentralvenenverschlüssen (VAV/ZVV):
    Dies ist eine Erkrankung, bei der sich der Ort des schärfsten Sehens in der Netzhaut durch Wassereinlagerung (Ödem) verdickt. Dies geschieht durch den Rückstau des Blutes und einer vermehrten Durchlässigkeit der Gefäßwände. Die Abnahme der Sehschärfe (Visus) ist die Folge. Man unterscheidet die so genannten Venenastverschlüsse (VAV), bei denen nur ein Teilabschnitt der Netzhaut betroffen ist und die daher teilweise günstigere Aussichten hinsichtlich des längerfristigen Sehvermögens haben, von den zentralen Venenverschlüssen (ZVV) mit ausgedehnter Netzhautbeteiligung und häufig schwerwiegenderen Folgen für das Sehvermögen.

  • Makulaödem bei Uveitis:
    Dies ist eine Erkrankung, bei der sich in der Netzhautmitte (Makula) aufgrund von Begleiterscheinungen der Entzündung Flüssigkeit in der Netzhaut ablagert. Hierdurch kommt es zu einer erheblichen Abnahme der zentralen Sehschärfe.

Für die Behandlung kommen verschiedene Medikamente in Frage:

  • Ranibizumab
    Seit Februar 2007 ist in Deutschland ein vom Avastin® (Bevacizumab) (s. unten) abgeleitetes Medikament, (Ranibizumab) speziell für die Anwendung im Auge zugelassen. Dieses Medikament wird unter dem Handelsnamen Lucentis® vertrieben und wurde speziell für die Therapie im Auge entwickelt. Lucentis® ist für die Behandlung der feuchten AMD, diabetisches Makulaödem und Makulaödem bei VAV/ZVV zuglassen.

  • Aflibercept
    Seit November 2012 ist ein neues Medikament in Deutschland für die Anwendung im Auge zugelassen. Dieses Medikament ist, genau wie Lucentis®, speziell für die Therapie im Auge entwickelt worden und trägt den Handelsnamen Eylea® (Aflibercept). Der Wirkmechanismus von Aflibercept ist der Gleiche wie bei dem 2007 zugelassen Ranibizumab (Lucentis®). Eylea® ist für die Behandlung der feuchten AMD zugelassen.

  • Bevacizumab
    Dieses dem Lucentis® (Ranibizumab) verwandte Medikament wird seit 2005 in Deutschland und weltweit bei der feuchten AMD häufig und mit positiven Behandlungsergebnissen eingesetzt. Avastin® (Bevacizumab) wurde ursprünglich zur Tumorbehandlung entwickelt (auch hier wachsen neue Blutgefäße) und ist unter dem Namen Avastin® (Bevacizumab) für die Behandlung verschiedener Tumorerkrankungen zugelassen. Bei der Verwendung von Avastin® (Bevacizumab) handelt es sich um einen sog. "off-label use", d.h. eine Verwendung des Medikaments in einem arzneimittelrechtlich nicht zugelassenen Anwendungsgebiet. Dies bedeutet allerdings nicht, dass Ärzte das Medikament am Auge nicht verwenden dürfen.

  • Ozurdex® (Dexamethason-lmplantat)
    Ozurdex® ist ein Medikamententräger, der nach Einbringung in das Augeninnere über einen längeren Zeitraum (4-6 Monate) den Wirkstoff Dexamethason, ein Corticoid, abgibt. Seit 2010 ist in Deutschland das Medikament Ozurdex® (Dexamethason-lmplantat) speziell für die Anwendung im Auge für die Behandlung des Makulaödems bei retinalen Venenverschlüssen und seit 2011 für die Behandlung des Makulaödems bei Uveitis zugelassen.

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